Freiheit und Fernweh

Die Autobiographie des BDI-Präsidenten hat mehr zu bieten als wirtschaftspolitische Statements.

Von Sylvia Englert

Sprachlich gekonnt und sehr persönlich erzählt Henkel seinen Werdegang. 30 Jahre lang mischte er in der Führungsriege von IBM mit, und so hat er auch Interessantes darüber zu berichten, wie der Computer den Kinderschuhen entwuchs.

Es erstaunt nicht, dass Henkels Autobiographie sich hartnäckig in den Bestsellerlisten hält: Henkel hat nicht nur eine prägende Rolle in Wirtschaft und Politik gespielt, er ist auch ein gekonnter Erzähler, der eine spannende Aufsteigergeschichte zu bieten hat. Dabei spart er nicht wie andere Manager verschämt Privatleben und Gefühle aus. Anschaulich und unterhaltsam erzählt er von seiner Kindheit als Kaufmannssohn in Hamburg, seiner Jugend zwischen Jazz und Reeperbahn, seiner Karriere als Quereinsteiger und den Jahren, in denen das Fernweh ihn zum Niederlassungsleiter in Sri Lanka werden ließ. Seine Leser erfahren dabei so manches über die Geschichte des Computers in Deutschland; in seinen 30 Jahren als IBM-Führungskraft bekam Henkel den Weg vom riesigen "Elektronengehirn" zu schnellen Internet-Rechnern hautnah mit. Nicht weniger faszinierend ist, was er von den Wirren seiner Kandidatur für den Präsidentenstuhl des mächtigen Industrieverbandes BDI und von Deals und Begegnungen mit den Mächtigen in Politik in Wirtschaft zu erzählen weiß. Sehr zu empfehlen!

Hans-Olaf Henkel:
Die Macht der Freiheit,
Econ 2000, 295 Seiten, 21 Euro,
ISBN 3-430-15515-0

Sylvia Englert, Journalistin und Buchautorin, ist Redakteurin bei changeX.

© changeX [14.12.2001] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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: Die Macht der Freiheit. Econ, Berlin 2000, 295 Seiten, ISBN 3-430-15515-0

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Sylvia Englert

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