Print + Netz = Lerneffekt
Zwei neue book@web-Bücher bei GABAL: Business with the Japanese und Die 100 %-Bewerbung.
Von Nina Hesse
Die book@web-Bücher sind junge Karriere-Ratgeber zu aktuellen Businessthemen. Was sie so innovativ macht, ist ihre "Internetanbindung" - zu jedem Ratgeber gibt es einen kostenlosen Workshop, mit dem man sein Wissen aktiv trainieren und sich mit anderen Teilnehmern austauschen kann. Neu in der Reihe sind ein Titel zum Umgang mit japanischen Geschäftsleuten und ein Bewerbungsratgeber.
In Japan hat sich eine Kultur herausgebildet, die uns fremdartig und faszinierend zugleich erscheint. Für Geschäftsleute lohnt es sich, sie genauer zu erkunden - denn hier (und nicht nur in China!) bieten sich gute Chancen für Kooperationen. Jedenfalls, wenn man es richtig anpackt. Wer mit japanischen Geschäftsleuten zu tun hat, dem kann man nur ganz dringend Iris Kuhnerts Buch empfehlen - ihr Ratgeber vermittelt kurz, knapp und klar alle wichtigen Informationen. Man merkt in jedem Satz, wie genau sie Japan kennt, und mit ihren vielen Beispielen und Tipps für die Praxis ist ihr Buch eine spannende und unentbehrliche Lektüre.

Die Geheimnisse Asiens.


Wer sich dagegen nicht rechtzeitig über die zahlreichen Besonderheiten Nippons informiert, kann böse auf der Nase landen. Die Unterschiede fangen bei der Farbe der Ampeln an (in Japan blau) oder über die Art, wie man jemanden heranwinkt: Bloß dort nicht so winken wie hier, das wird als grob unhöflich empfunden. In Japan winkt man mit der Handinnenfläche nach unten! Für Manager ist es wichtig, zu wissen, dass man japanische Geschäftsleute nie unter Zeitdruck setzen sollte und für Verhandlungen mit Japanern den sonst üblichen Zeitrahmen um den Faktor vier bis fünf verlängern sollte. Auch auf eine exzellente Vorbereitung sollten Sie achten, denn Japaner sind, so Kuhnert, Meister im Sammeln von Informationen und machen sich im Vorfeld ein möglichst genaues Bild über den potenziellen Geschäftspartner - da sollte man nicht zurückstehen. Ihr Tipp ist auch: "Stimmen Sie sich im Team vorher genau ab, damit Sie den Zusammenhalt des Unternehmens repräsentieren. Japaner stellen gerne gleiche Fragen an unterschiedliche Mitglieder Ihres Teams. Dadurch wollen sie feststellen, ob Sie tatsächlich eine zuverlässige Einheit bilden." Kommen unterschiedliche Antworten, wird das als Schwäche gewertet.
Sehr gut erklärt sind auch die Nuancen des gesellschaftlichen Status und die Art, wie Japaner zwischen einer "öffentlichen" und der "informellen" Sphäre unterscheiden. Wenn man diese Unterschiede kennt und nutzt, kann man es schaffen, Konflikte zu lösen, Probleme diskret aus dem Weg zu räumen und von den oft zurückhaltend wirkenden japanischen Partnern auf Umwegen offene Antworten zu bekommen. Japanexperten wissen, dass die Kaffeepause oft wichtiger ist als das eigentliche Meeting!
Wer Kuhnerts Ratgeber durchgearbeitet hat, der hat eine Menge über Asien gelernt - aber auch der eigenen Kultur ist man sich stärker als zuvor bewusst geworden. Wirkliche "interkulturelle Handlungskompetenz" zu erreichen ist durch reine Lektüre jedoch schwer, deshalb sollten Manager vor der ersten Japanreise zusätzlich ein interkulturelles Training absolvieren. Fehlt dafür die Zeit, sollten Sie zumindest den Internet-Workshop zum Buch durchgehen. Für die pfiffige Art, wie die book@webs Netz und Print kombinieren, wurden sie schon mehrfach mit dem Comenius-Siegel für "didaktisch und gestalterisch herausragende Multimediaprodukte" ausgezeichnet.

Kreuzworträtsel auf Japanisch.


An vielen Stellen im Buch findet sich das b@w-Zeichen, das auf interaktive Übungen und zusätzliches Material im Internet-Workshop verweist. Am sinnvollsten ist es, ins Buch reinzuschnuppern (oder es schon komplett zu lesen) und dann mit den interaktiven Übungen, Tests und Downloads das Gelernte zu festigen und zu überprüfen. Die Registrierung kostet ein paar Minuten und die Navigation auf der Seite ist ein wenig umständlich, aber es lohnt sich.
Auf der Seite von Business with the Japanese finden Leser zum Beispiel Selbsttests, bei denen sie zu einem Thema mehrere Statements mit "Richtig" oder "Falsch" bewerten müssen. Oder Sie müssen über das richtige Verhalten in einer Beispielsituation entscheiden. Etwa dieser: "Im Rahmen einer Besprechung haben Sie Ihren japanischen Partnern gerade einen Vorschlag für das weitere Vorgehen unterbreitet. Der Gesprächsführer der Japaner beugt sich mehrere Male nach vorne und hinten und zieht mit viel Geräusch Luft durch die Zähne. Wie reagieren Sie?" Wer das Buch gelesen hat, weiß, dass man in dieser Situation einfach geduldig warten sollte. "Japaner nutzen Schweigen gerne als strategisches Mittel, um dem Gesagten eine besondere Bedeutung zu geben, wodurch sich westliche Gesprächspartner sehr leicht verunsichern lassen", erklärt Iris Kuhnert. "Lassen Sie sich nicht von Ihrem Unbehagen während einer Redepause vorschnell zum Sprechen verleiten!"
Abgestimmt auf die Inhalte des Buches gibt es auf der Website auch ein Glossar mit zentralen japanischen Begriffen (wie "Gaijin" - Ausländer, oder "Honne" - privat, informell), die man in einem Kreuzworträtsel spielerisch üben kann. Das klingt schwierig und ist es auch, aber die Website hilft auf Anfrage mit kleinen Tipps weiter. Zum Schluss kann man, wie gewohnt, die automatische Auswertung starten und vergleichen, wo man sich geirrt hat und wo man richtig lag.
Eine interessante Möglichkeit der book@webs ist auch, mit dem Autor in Verbindung zu treten und im Forum mit Gleichgesinnten Tipps auszutauschen, also eine Community zu bilden. Im Workshop von Business with the Japanese kann man beispielsweise von eigenen Erfahrungen mit japanischen Geschäftsleuten berichten und anderen Lesern Tipps geben, die über die Inhalte des Buchs hinausgehen. Bei neueren Titeln ist natürlich im Forum noch nichts los, aber nach einigen Wochen kommt nach der Erfahrung des Verlags eine Diskussion in Gang.

Bewerben - aber erfolgreich.


Da in der Reihe schon zwölf weitere Ratgeber erschienen sind, kann man sich per book@web auch über Rhetorik, Kundengewinnung, Projektmanagement, Telefonsales, Verhandeln, Zeitmanagement und viele andere Themen informieren und das Gelernte gleich trainieren. Ein Buch zum Thema Jobsuche darf in einem solchen Programm natürlich nicht fehlen. Svenja Hofert leistet - siehe Titel - Hilfestellungen dabei, Bewerbungen zu erstellen, die zu 100 Prozent stimmig sind. Geschickt kitzelt sie aus ihren Lesern die richtigen Argumente heraus und zeigt, wie man sein Profil richtig zur Geltung bringt und sich von Mitbewerbern abgrenzt. Doch um sich optimal verkaufen zu können, muss man sich erst einmal mit den eigenen Fähigkeiten beschäftigen, den ganz eigenen "USP" zu erkennen; dabei hilft unter anderem der Internet-Workshop zum Buch.
Kurz und prägnant handelt Hofert alle wichtigsten Themen ab, von den richtigen Unterlagen über die Initiativbewerbung bis hin zum Vorstellungsgespräch und dem Nachhaken. In ihrem Buch bekommt man gut komprimiert all das Wissen, das man braucht, um sich erfolgreich zu bewerben. Einziger Schwachpunkt des Buchs ist die extrem kleine Schriftart der Beispielanschreiben - vielleicht sollte der Verlag nächstes Mal eine Lupe beilegen.

Nina Hesse ist freie Mitarbeiterin von changeX.

Iris Kuhnert:
Business with the Japanese,
GABAL Reihe book@web, Offenbach 2004,
125 Seiten, 15.90 Euro,
ISBN 3-89749-461-2

Svenja Hofert:
Die 100 %-Bewerbung,
GABAL Reihe book@web, Offenbach 2004,
151 Seiten, 17.90 Euro,
ISBN 3-89749-462-0

www.gabal-verlag.de

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Zu den Büchern

: Business with the Japanese. GABAL Reihe book@web, Offenbach 2004, 125 Seiten, ISBN 3-89749-461-2

Business with the Japanese

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: Die 100 %-Bewerbung. GABAL Reihe book@web, Offenbach 2004, 151 Seiten, ISBN 3-89749-462-0

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