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Christian Schuldt über die Neukonfiguration des Ich in der Netzwerkgesellschaft / 28.09.2026
Beinahe ist nahtlos der lange Prozess der Individualisierung in eine Hyperindividualisierung übergegangen. In eine übersteigerte Ich-Zentrierung, in der das Individuum sich als Dreh- und Angelpunkt der Welt wahrgenommen hat. Das könnte bald Vergangenheit sein. Könnte. Doch was käme danach? Der Soziologe Christian Schuldt hat sich auf eine "Expedition zum nächsten Ich" begeben. In unserem Interview beschreibt er, wie diese neue Identität aussehen könnte: das Ich nicht mehr im Mittelpunkt, sondern als Knotenpunkt eines größeren Ganzen.
Ein Interview mit Andreas Reckwitz über die Gesellschaft der Singularitäten / 02.02.2018
Wird der Wandel zur postindustriellen Gesellschaft, den wir längst vollzogen glaubten, erst jetzt wirklich spürbar? Ein Soziologe sagt: Er vollzieht sich als Übergang vom Allgemeinen zum Besonderen. Wir erleben den Eintritt in die Gesellschaft der Singularitäten. Das spiegelt sich in den industriellen Produkten, die keine Massenprodukte mehr sind, sondern höchst individualisierte Erzeugnisse. Und es spiegelt sich im Leben der Menschen, für die das Einzigartige, Unverwechselbare zum Lebensziel geworden ist. Offen aber bleibt, wie sich eine singularisierte Gesellschaft zusammenhalten lässt. Klar ist: Wenn nur noch das Singuläre zählt, wird die Arbeit am Allgemeinen zur zentralen Aufgabe.



