Lernen und Verantwortung

Die Grazer Freiräume (Un)Conference

Zum fünften Mal findet 2020 die Freiräume (Un)Conference in der Grazer Seifenfabrik statt - Österreichs größte Veranstaltung zu neuen Organisations- und Arbeitsformen in Unternehmen. In diesem Jahr geht es ums Lernen und um Verantwortung.

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Die Freiräume (Un)Conference ist Österreichs größte Veranstaltung zu neuen Organisations- und Arbeitsformen. Sie soll am 8. und 9. Juni bereits zum fünften Mal in der Grazer Seifenfabrik stattfinden. Ob das möglich ist, ist wegen der Coronakrise unklar. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für uns unmöglich, vorauszusagen, ob der Termin im Juni machbar ist oder ob der Schutz unserer Mitmenschen es verlangen wird, die (Un)Conference zu verschieben", schreiben die Veranstalter. Falls die Freiräume nicht wie geplant im Juni stattfinden können, ist als Ersatztermin der 10. und 11. November 2020 vorgesehen.  

Die Freiräume (Un)Conference beschäftigt sich mit neuen Ansätzen, Organisationen so zu gestalten, dass Mitarbeiter darin Raum für echte Zusammenarbeit, eigenverantwortliches Handeln und persönliche Entwicklung finden. Leitthemen sind dabei Selbstorganisation, Ganzheit und unternehmerischer Sinn, die dem Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux entlehnt sind. Im Mittelpunkt in diesem Jahr stehen die Schwerpunkte "Lernen (neu) lernen!" und "Lust auf Verantwortung?". 


Die Schwerpunkte


Lernen (neu) lernen! Viele von uns haben historisch-biografisch bedingt in etwa diese Vorstellung von Lernen: Es gibt jemanden, der weiß, wie es geht. Wenn wir etwas noch nicht können, organisieren wir einfach einen Wissenden (Lehrerin, Trainer, Beraterin), und der erklärt uns die Welt. Doch diese Vorstellung ist für viele Problemstellungen zu eindimensional, zu bequem. 

Einer Frage wollen wir uns in den Freiräumen ganz besonders widmen: Wie funktioniert Lernen, wenn es niemanden gibt, der weiß, wie es geht? Wenn das Neue nirgends nachgeschlagen werden kann, weil es noch gar nicht existiert? Wenn wir gemeinsam herausfinden müssen, was die Lösung eines Problems in unserem Kontext (zum Beispiel für ein Unternehmen) ist? Wie hilfreich ist dafür das Muster des permanenten Experimentierens und Reflektierens, um rasch zu lernen, was (nicht) funktioniert? 

Lust auf Verantwortung? Verantwortung ist ein Begriff, der mit unterschiedlichen Emotionen besetzt ist. Der eine sieht noch die mittelalterliche Bedeutung des verantwürtens, das da meint, sich als Angeklagter zu verteidigen beziehungsweise zu rechtfertigen. In diesem Fall liegen oft Angst und Macht dahinter. Der andere bezieht sich auf die Antwort, die auch in diesem Wort steckt: die Möglichkeit, selbst Anteil zu nehmen. Hier stehen die Bedürfnisse nach Einflussnahme und Selbstwirksamkeit dahinter. 

In den Freiräumen möchten wir auf diese unterschiedlichen Perspektiven schauen. Welche Altlasten gibt es, die es schwer machen, dem Begriff positiv zu begegnen? Welche Rahmenbedingungen sind im Kontext von New Work relevant, um Verantwortung gut abgeben beziehungsweise übernehmen zu können? Wie kann eine Person, ein Team, eine Organisation Verantwortung leben? 

Diesen Fragen spüren die Freiräume in unterschiedlichen Formaten nach. 


Die Formate im Überblick


Die Freiräume sind eine Plattform mit unterschiedlichen Austauschformaten. Folgende Formate kommen zum Einsatz: 

Pionierstationen: Praktiker aus Unternehmen, die schon einige neue Wege gegangen sind, stellen ihre Erfahrungen vor. Du suchst dir interessante Unternehmen aus und kommst mit ihnen und anderen Teilnehmern in Kleingruppen ins Gespräch. 

Kollegiale Fallberatung: Ein Teilnehmer stellt eine besonders knackige Fragestellung aus seinem Veränderungsalltag vor und ersucht um kollegiale Beratung durch andere Teilnehmende. Man kann in die Rolle des Fallgebers oder Beraters schlüpfen. 

Open Space: Du hast eine Fragestellung rund um Selbstorganisation, Ganzheit und unternehmerischen Sinn? Oder einen thematischen Input? Dann komm in den Open Space, biete eine Session an und triff auf andere Teilnehmer, die mitarbeiten wollen. 

Keynotes: Wir gehen sehr sparsam mit diesem Format um, bemühen uns dafür um besonders anregende Inputgeber. Und wir geben den Teilnehmenden die unmittelbare Gelegenheit, zum gerade Gehörten in den Dialog zu gehen. 

Reflexion: Auf der Freiräume (Un)Conference werden sich die Teilnehmenden mit einer Vielzahl von Themen auseinandersetzen. Deshalb ist es besonders wichtig, immer mal wieder innezuhalten, um zu reflektieren. Angeleitete Reflexionsformate unterstützen dabei.


Arbeiten an einem Brückenschlag


Im Mittelpunkt stehen dabei neue Organisations- und Arbeitsformen. Eine weitere wichtige Intention der Veranstaltung umreißen Manuela Grundner und Gregor Karlinger so: "Wir bauen weiter an dem, was wir mit den Freiräumen begonnen haben: nämlich an einem Brückenschlag zwischen Unternehmen und dem Bildungsbereich, um voneinander zu lernen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln, beispielsweise zu Talentförderung, selbstorganisiertem Lernen und günstigen Rahmenbedingungen für persönliche Weiterentwicklung." 

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changeX 31.03.2020. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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