Folge 1: Hören.
Unsere vier Ohren.
Vier Mal dieselbe Frage, jedes Mal eine andere Antwort. Das liegt daran, dass jede Ehefrau die Frage auf einem anderen Ohr gehört hat. Biologisch haben wir zwei Ohren, psychologisch haben wir vier. Wir können eine Nachricht auf sehr verschiedene Art wahrnehmen und reagieren dementsprechend. Das hat vor über 25 Jahren schon der Psychologe Friedemann Schulz von Thun in seinem Buch Miteinander reden: Störungen und Klärungen beschrieben. Nur ist es offensichtlich bis heute noch nicht Standardwissen geworden. Zuhören gehört vielfach zu den nicht ausreichend entwickelten Fähigkeiten des Menschen. Schauen wir näher hin. Man kann vier Ebenen des Hörens - oder vier Ohren - unterscheiden:
- Das Hören von Sachverhalten: Jeder Mensch hat ein Ohr, das für den Informationsgehalt einer Nachricht zuständig ist. Ein Mensch, der nur auf diesem Ohr gut hört, antwortet auf die Frage: "Können Sie mir sagen, wie spät es ist?", nur mit einem "Ja". Die Uhrzeit bleibt ungenannt. Mit anderen Worten: Es gibt Menschen, die vorwiegend auf die semantische Bedeutung einer Nachricht hören, den Rest bekommen sie nicht mit. Untertöne oder Zwischentöne bleiben unverstanden.
- Das Hören von Beziehungsbotschaften: Dann gibt es Zeitgenossen, die nur darauf hören, was andere von ihnen halten, selbst wenn es ausdrücklich nicht gesagt wurde. Ihre Aufmerksamkeit gilt nur dem Gedanken: "Was sagt der andere damit über mich, wie sieht der mich, was hält der andere von mir?" Auch hier bleibt der Rest der Botschaft auf der Strecke. Für solche Menschen macht durchaus der Ton die Musik.
- Das Hören von Selbstdarstellungen: Es gibt auch Menschen, die sich nie fragen, was der andere über sie sagt, sondern nur heraushören, was er über sich selbst sagt. Selbst auf die Beleidigung "Du Schuft!" würde ein solcher Hörertyp nur mit den Worten reagieren: "Was musst du für ein Menschenbild haben, wenn du so was über andere sagst?" Sich selbst fühlt er nicht angesprochen.
- Das Hören von Aufforderungen: Zum Schluss gibt es Menschen, die nur hören, was andere von ihnen wollen. Sie sind ständig auf der Jagd nach Appellen. Und stehen dabei durchaus unter Stress, weil sie immer überlegen, wozu der andere sie aufgefordert haben könnte. Wenn jemand sagt: "Es müsste sich mal jemand um die Blumen im Büro kümmern", dann fühlen sich aufgefordert, dies zu tun. Und stehen auf, um die Blumen zu gießen.
Auf einem Ohr taub.
Kompliziert wird die Angelegenheit,
wenn zwei Gesprächspartner auf unterschiedlichen Ohren hören. Oder
gar auf einem der vier Ohren taub sind, der andere jedoch genau in
Richtung dieses Ohrs gesprochen hat. Dann entstehen
Missverständnisse, die kaum zu beheben sind. Es kommt nicht selten
vor, dass Menschen sich streiten, nur weil sie sich nicht darüber
im Klaren sind, welches Ohr gerade zugehört hat.
Ein einfaches Beispiel mag dies erläutern: Jemand sagt: "Du,
ich hab andauernd bei dir angerufen, nur bist du nicht ans Handy
gegangen." Dahinter stehen mehrere mögliche Bedeutungen:
- Ich habe mehrfach angerufen. (Informationsebene)
- Wo treibst du dich denn rum, nie bist du erreichbar. (Beziehungsebene)
- Ich wähle mir hier die Finger wund. (Selbstdarstellungsebene)
- Melde du dich doch auch einmal! (Aufforderungsebene)
Der so Angesprochene kann jetzt je nach Hörergebnis vierfach reagieren:
- Ach, wie oft hast du denn angerufen? (Informationsreaktion)
- Du, ich war unterwegs, sei mir nicht böse. (Beziehungsreaktion)
- Du Ärmster, da hast du dich aber geärgert. (Selbstdarstellungsreaktion)
- Ich melde mich demnächst öfter bei dir! (Appellreaktion)
Ein anderes Beispiel: Wenn ein
Abteilungsleiter zu seinem Mitarbeiter sagt: "Die Akte Schulz
liegt ja immer noch hier", dann kann er meinen: "Die Akte
Schulz liegt hier noch." Eine passende Reaktion des
Mitarbeiters wäre dann: "Das ist richtig, die muss hier auch
noch liegen, weil ich daran noch arbeite." Dann wären beide
Informationshörer. Meint der Abteilungsleiter aber: "Sie sind
wohl zu faul, die Akte wegzuräumen", dann wäre eine passende
Reaktion des Mitarbeiters: "Mein Gott, ich brauche die Akte
noch, ich hab da meine eigene Ordnung!" So würden
Beziehungshörer miteinander sprechen. Will der Abteilungsleiter
indessen sagen: "Ich bin sauer, weil die Akte noch hier
rumliegt. Ich hätte sie längst weggeräumt." Dann würde der
Mitarbeiter, falls er seinen Chef so versteht, so reagieren:
"Wenn es Sie stört, dann räumen Sie die Akte doch selber weg.
Mich stört sie nicht." So wären beide Selbstdarstellungshörer.
Will der Abteilungsleiter damit jedoch sagen: "Nun räumen Sie
endlich die Akte weg!", dann würde sein Mitarbeiter als
Appellhörer vielleicht antworten: "Ich räum sie gleich weg. Bin
bisher noch nicht dazu gekommen."
Bitte bedenken Sie, der Abteilungsleiter hat tatsächlich
gesagt: "Die Akte Schulz liegt ja immer noch hier." Es kommt
immer darauf an, was er tatsächlich gemeint hat. Denn nur wenn
das, was er meinte, mit dem übereinstimmt, was der Mitarbeiter
versteht, verstehen sich die beiden auch. Aber wehe, der
Mitarbeiter reagiert auf einer anderen Ebene! Es gilt also
darauf zu achten, was der andere gemeint haben könnte. Welches
Ohr bei einem Menschen stark entwickelt ist und auf welchem er
nicht so gut hört, sagt durchaus etwas über seine Wahrnehmung
und damit über seine Lebensführung aus. Denn die Lebensführung
hat viel mit der Wahrnehmungsfähigkeit eines Menschen zu tun.
Scheuen wir uns doch genauer an, was die
unterschiedlichen Hörertypen auszeichnet - und auf welchen
Ohren sie weniger gut hören.
1. Was zeichnet den guten Informationshörer aus?
Die Welt ist Information.
Menschen, die die Aussagen Ihres
Gegenübers vorwiegend als Information verstehen, neigen dazu,
jedem Menschen das Recht auf eine eigene Meinung zuzugestehen.
Ist diese Meinung anders als ihre eigene, können sie das
akzeptieren. Sie sind fest davon überzeugt, dass Gefühle und
Stimmungen nichts in einer Diskussion zu suchen haben. Für
Informationshörer steht immer die Sache im Vordergrund - manchmal
auch der Sachzwang.
Informationshörern würde es helfen, wenn sie den Mut
hätten, ab und an die sachliche Seite beiseitezulassen, denn sie
neigen stark zu der Strategie "Wir wollen doch sachlich bleiben!"
Informationshörer gelten deshalb als sehr diszipliniert. Sie
können es sogar akzeptieren, wenn ihre Vorschläge nicht
angenommen werden, erwarten dafür aber eine sachliche Begründung.
Allerdings sollten Informationshörer daran denken, dass hinter
einer sachlichen Begründung oft eine emotionale Haltung steht.
Ein Infohörer nimmt meist Selbstdarstellungen nicht wahr.
Und er läuft Gefahr, seine eigene Selbstdarstellung hinter
langatmigen Ausführungen zu verstecken. Will ihm jemand zu
verstehen geben, wie er sich selbst sieht und was er fühlt, dann
neigt er dazu, diese Selbstdarstellung auf der Sachebene zu
prüfen. Stimmt für ihn die sachliche Seite, dann stimmt für ihn
auch der Mensch. Infohörer verfügen oft über geringe
Menschenkenntnis und sind schon oft von anderen enttäuscht
worden. Sie sollten darauf achten, was ein Mensch mit seinen
Aussagen über sich selbst mitteilt, und sollten gezielt auf den
gefühlsmäßigen Anteil einer Nachricht achten, nicht allein auf
die sachliche Ebene. Die entscheidende Frage ist: "Was will der
andere mir über sich selbst mitteilen?"
Ein Infohörer hat oft Schwierigkeiten, die Beziehungsebene
von Aussagen wahrzunehmen. Was andere Menschen von ihm halten,
scheint ihm egal zu sein. Aber dieser Schein trügt. Er ist sehr
wohl interessiert daran, wie andere Menschen ihn sehen. Nur,
herauszuhören, was andere von ihm halten, fällt ihm schwer. Sein
Umfeld gibt ihm aber sehr wohl zu verstehen, wie es zu ihm steht
und was es von ihm hält, nur "hört" er es eben nicht. Für ihn
lohnt es sich also, hier genauer hinzuhören. Und statt zu prüfen,
ob das, was andere ihm sagen, sachlich richtig ist, lieber zu
fragen: "Was will der andere mir über mich mitteilen, wenn er
mich so anspricht?"
Auch Appelle gehen an einem Infohörer oftmals vorbei.
"Merkst du denn nicht, was der von dir will?" Diese Frage hört
der Infohörer als schlechter Beziehungshörer öfter. Wenn jemand
um Hilfe ruft, dann muss er schon genau sagen, welche Hilfe er
erwartet, bevor der Infohörer reagiert. Er prüft zunächst die
sachliche Seite eines Appells - und darüber bleibt nicht selten
die Hilfe auf der Strecke. Versteckte Appelle sind ihm eher
fremd. Er selbst sagt schließlich ja auch deutlich, was er will.
Also erwartet er das auch von anderen. Doch es lohnt, daran zu
denken, dass die meisten Menschen dazu neigen, ihre Appelle zu
verstecken. Infohörer sollten auf Entdeckungsreise gehen. Die
passende Frage könnte sein: "Was will der andere mit seiner
Aussage erreichen?"
2. Was zeichnet den guten Beziehungshörer aus?
Die Welt ist Beziehung.
Beziehungshörer wissen sehr gut,
was andere von ihnen halten - manchmal schon zu gut. Für sie ist
das
Wie einer Nachricht besonders wichtig. Immer sind sie mit
persönlichem Engagement und persönlicher Betroffenheit bei der
Sache. Ihre Meinung über sich selbst ist oft abhängig von dem,
was andere von ihnen halten. Für sie ist es sehr wichtig, an
ihrem Arbeitsplatz von ihren Kollegen akzeptiert, respektiert und
geachtet zu werden. Zwei Dinge merken sie sehr schnell: Wenn sie
jemand bevormunden will oder sie abschätzig behandelt. Dagegen
sind sie allergisch. Allerdings hören sie ab und zu die Flöhe
husten. Mit allzu autoritären Führungskräften kommen sie nicht
gut klar. Für sie ist es immer wichtig, dass es möglichst wenig
Reibereien in ihrem Team gibt. Beziehungshörer sollten darauf
achten, dass ihre Menschlichkeit nicht ausgenutzt und nur als
Mittel zur Effizienzsteigerung missbraucht wird.
Beziehungshörer sind oftmals schlechte Informationshörer.
Sagt dem Beziehungshörer jemand: "Es ist 13.00 Uhr", dann
interessiert sie die Uhrzeit am wenigsten. Er hört die sachliche
Seite einer Botschaft selten mit, auch wenn nur sie gemeint ist.
Für Beziehungshörer lohnt es sich, hin und wieder nur auf die
Sachinformation zu reagieren. Und zu prüfen,
was an Aussagen richtig oder falsch ist, statt nur darauf
zu reagieren,
wie andere mit ihm umgehen. Sonst fühlt er sich schnell
unverstanden oder spielt die beleidigte Leberwurst.
Beziehungshörer sind oft schlechte Selbstdarstellungshörer.
Wenn einem Beziehungshörer jemand mitteilt, er sei
niedergeschlagen oder traurig, dann fühlt er sich schuldig. Doch
sollte er sich vor Augen halten, dass Menschen Gefühle haben, die
nichts, aber auch gar nichts mit ihm persönlich zu tun haben.
Wenn er ständig auf der Lauer liegt und darauf achtet, welche
Gemeinheiten andere ihm antun wollen, dann entgeht ihm, wie es um
die anderen steht. Für ihn lohnt es sich zu prüfen: "Was will mir
der andere über sich sagen?"
Schließlich sind Beziehungshörer oftmals taub für Appelle.
Einen Hilferuf deuten sie eher als Schuldzuweisung. Doch anstatt
sich beleidigt zurückzuziehen, ist Aktivität gefragt. Es gilt so
konstruktiv wie möglich zu reagieren und zu fragen: "Was will der
andere mit dem, was er sagt, erreichen? Was möchte er von
mir?"
3. Was zeichnet den guten Selbstdarstellungshörer aus?
Die Welt ist Expression.
Selbstdarstellungshörer gelten als
gute Menschenkenner. Wie es um andere steht, was andere bewegt,
was ihnen wichtig ist, das haben sie schnell heraus. Zudem haben
sie keine Angst, sich mitzuteilen und ihre Gefühle zu äußern.
Ihre Mitmenschen empfinden sie als einfühlsam und
verständnisvoll, denn sie gestehen anderen Menschen das Recht auf
eigene Gefühle zu. Allerdings sollte ein Selbstdarstellungshörer
daran denken, dass diese Gefühlsäußerungen auch echt sein müssen.
Sonst wird es zu einer Pflichtübung, seine Gefühle immer offen
nach außen zu zeigen - selbst wenn momentan keine festzustellen
sind. Und das wäre der Versuch, eine Seifenblase tätowieren zu
wollen.
Ein Selbstdarstellungshörer ist meist ein schlechter
Informationshörer. Sagt jemand zu ihm: "Wir müssen mehr für den
Umweltschutz tun", dann trachtet er gleich danach festzustellen,
warum der andere das sagt und welchen Werdegang er hinter sich
hat, dass er zu solch einer Aussage kommt. Die sachliche Ebene,
nämlich ein Gespräch über den Umweltschutz, wird von ihm nicht
wahrgenommen. Hier lohnt es sich, weniger zu fragen, wie es um
den anderen emotional steht. Denn die Gefahr ist groß, dem
anderen Gefühle zu unterstellen, die er vielleicht gar nicht hat.
Und das grenzt manchmal an Psychoterror.
Selbstdarstellungshörer sind oft schlechte Beziehungshörer.
Sie wissen immer schon im Voraus, wie es um den anderen steht -
dabei möchte der vielleicht ausdrücken, wie aus seiner Sicht die
Beziehung zueinander beschaffen ist. Doch das kriegt ein
schlechter Beziehungshörer einfach nicht mit. Wenn einer eine
andere Meinung hat als er selbst, dann liegt der andere falsch;
wer sich über ihn ärgert, der sollte zunächst einmal vor seiner
eigenen Haustür kehren - das kennzeichnet seine Grundhaltung.
Scheinbar hat er immer die Oberhand, doch kann das dazu führen,
dass andere Menschen ihn zu meiden beginnen. Für ihn würde sich
lohnen, Botschaften an sich herankommen zu lassen. Also sich zu
fragen, welche Gefühle den anderen bewegen. Eine sinnvolle Frage
könnte sein: "Was sagt das jetzt über mich aus? Wie sieht der
andere mich, wenn er das sagt?" Und: "Wie stehen wir zueinander?"
Appelle haben für Selbstdarstellungshörer eher einen
Offenbarungs- denn einen Aufforderungscharakter. Er ist eher
immun gegen Bitten, die unausgesprochen bleiben. Denn er weiß ja
längst, warum der andere eine Bitte an ihn richtet. Und dieses
Warum ist ihm wichtiger als die Bitte selbst.
Selbstdarstellungshörer könnten sich den Umgang mit anderen
Menschen erleichtern, wenn sie über die Beweggründe eines
Menschen hinausgehend sich fragen würden, was der andere
erreichen möchte. Also: "
Was will der andere mit seiner Aussage erreichen?" Und
nicht: "
Warum will er das erreichen."
4. Was zeichnet den guten Appellhörer aus?
Die Welt ist Aufforderung.
Ein guter Appellhörer hingegen weiß
ganz genau, was andere von ihm wollen. Er gilt als sehr
zuvorkommend und engagiert. Seine Hilfsbereitschaft ist
sprichwörtlich. Er liest seinen Mitmenschen jeden Wunsch von den
Augen ab - selbst wenn diese gar keinen Wunsch haben. Damit
unterliegt er jedoch der Gefahr, von anderen ausgenutzt zu
werden. Für ihn würde es sich lohnen, seine eigenen Wünsche und
Gefühle zu entdecken. Also sich ab und an zu fragen: "Will ich
das wirklich? Und was habe ich davon?"
Nicht selten ist ein Appellhörer ein schlechter
Informationshörer. Er vermutet hinter jeder Aussage eine Absicht,
doch dabei geht die sachliche Information verloren. Doch nicht
jeder, der eine Bemerkung macht, will etwas von ihm. Deshalb
lohnt es, ab und an zu fragen, was an sachlicher Information in
einer Aussage steckt, anstatt nur darauf zu reagieren. So würde
dieser Hörtyp sich nicht mehr so sehr unter Zugzwang gesetzt
sehen.
Ein Appellhörer ist meist auch ein schlechter
Beziehungshörer. Ob andere Menschen ihn sympathisch finden, hängt
für ihn immer davon ab, was er für andere geleistet hat. Doch
sollte er sich vor Augen halten, dass Menschen ihn mögen, auch
ohne dass er gleich etwas für andere tut. Wenn er das akzeptieren
kann, dann ist er auch in der Lage festzustellen, wie andere über
ihn denken und wie man zueinander steht. Dieser Hörtyp sollte
sich gelegentlich fragen: "Will mir jemand sagen, was er von mir
hält?" Und bevor er sich in Aktivitäten stürzt, fragen, ob der
andere dies auch möchte. Und wenn das nicht der Fall ist,
akzeptieren, dass dahinter keine böse Absicht steckt.
Appellhörer sind meist schlechte Selbstdarstellungshörer.
Wie andere Menschen sind und was sie bewegt, fällt ihnen schwer
zu entdecken. Gefühlsäußerungen sehen sie als
Handlungsaufforderung. Sagt jemand: "Ich will meine Ruhe haben",
dann sucht er für den anderen ein ruhiges Plätzchen und sorgt
dafür, dass er nicht gestört wird - egal, ob der das will oder
nicht. Hier hilft es, anderen Menschen das Recht auf ihre eigenen
Gefühle zuzugestehen und nicht immer daran zu denken, was für den
anderen getan werden müsste. Die hilfreiche Frage lautet: "Was
sagt mir der andere über sich?" Und es auch mal dabei zu
belassen. So werden Appellhörer lernen, dass der Stress
nachlässt, und Menschen und ihre Wünsche besser
kennenlernen.
Auf allen Ohren gut hören.
So wäre es hilfreich, wenn wir
versuchen würden, wieder auf allen Ohren gut zu hören. Mit etwas
Training lässt sich das durchaus herstellen.
Sie sehen, gutes Zuhören ist mehr, als nur geduldig über
sich ergehen zu lassen, was andere von sich geben. Es lohnt sich,
auf Entdeckungsreise zu gehen. So lernen wir andere Menschen
besser kennen. Und lernen uns selbst ebenfalls besser kennen.
Viel Spaß dabei.
Ulf D. Posé ist seit 25 Jahren selbständiger
Personalentwickler. Er war von 1969 bis 1980 Rundfunk- und
Fernsehjournalist für RNI, RTL, WDR, Deutsche Welle,
Deutschlandfunk, SWR, SDR, Radio Bremen und NDR. Seit 2003 ist er
Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e. V. Seit
2004 ist Posé zusätzlich Senatsmitglied im Bundesverband für
Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA). Posé schreibt
regelmäßig für changeX.
Kontakt:
Ulf D. Posé
Klosterstraße 19-21
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Mit einer Illustration von Limo Lechner.
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